Die Textilindustrie gehört zu den größten Umweltverschmutzern weltweit. Insbesondere die Belastung von Abwassern mit chemischen Substanzen ist ein echtes Problem. Doch selbst dort wo keine chemischen Fasern verarbeitet werden, sind negative Effekte auf die Umwelt nicht auszuschließen. Natürliche Materialien wie Baumwolle allein sind kein Garant für nachhaltigen Anbau, Monokulturen und der massive Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bei der Herstellung der Grundstoffe schädigen die Umwelt langfristig mindestens ebenso. Für den Konsumenten selbst hat insbesondere die Verwendung hautsensibler Farbstoffe, von Bleichmitteln und ähnlichen Substanzen negative Auswirkungen. Allergien und andere Unverträglichkeitsreaktionen sind keine Seltenheit. Grundsätzlich sollten Kleidungsstücke deshalb vor dem ersten Tragen gewaschen werden.
Doch die Kunden achten beim Einkauf längst nicht mehr nur auf den Preis und viele geben lieber etwas mehr Geld aus, wenn sie die entsprechende Qualität dafür erhalten. Angefangen hat alles mit den Nahrungsmitteln: Mittlerweile ziehen „Bio“ und „Öko“-Artikel ihre Spur durch das gesamt Produktsortiment. Das veränderte Konsumentenverhalten hat die Firmen dazu gebracht, Mindeststandards einzuhalten, doch im großen Stile hat sich noch nicht wirklich viel geändert. Prüfzeichen wie „textiles Vertrauen“ bieten immerhin ein wenig Orientierung.
Die Wäsche-Designerin Jenny White gehört mit ihrer Marke Eco-Boudoir zu den Vorreitern auf dem Gebiet der Öko-Dessous. Mit ihrer Website Morethanprettyknickers.com macht die Britin potentielle Dessous-Käuferinnen auf das Thema aufmerksam. Noch sind ökologisch korrekte Dessous nicht der Standard, doch auch große Dessous-Marken haben den Trend erkannt und bieten Bio-Unterwäsche an. Schon gibt es Dessous aus biologisch erzeugter Baumwolle, aus Leinen, Hanf, Bambus und sogar aus Kiefernholzfasern. Der Siegenszug der Biounterwäsche wird auf Dauer nicht aufzuhalten sein, denn was gibt es Besseres, als sexy Dessous mit gutem Gewissen zu tragen?